30.04.2026
Die Hansestadt Lübeck hat am 12. Januar 2026 den offiziellen Startschuss für die Umbaumaßnahmen am ehemaligen Karstadt-Gebäude in der Innenstadt gegeben.
Die Hansestadt Lübeck erreicht bei der Umwandlung des ehemaligen Karstadt-Gebäudes am Schrangen in das künftige Bildungshaus einen weiteren wichtigen Baufortschritt: Seit 27. April 2026 läuft die Demontage der insgesamt acht Rolltreppen im Gebäude. Der Ausbau der prägenden Elemente des früheren Kaufhauses steht sinnbildlich für den sichtbaren Wandel vom Handelsstandort zum modernen Ort für Bildung, Begegnung und Kultur. Mit dem Rückbau der acht jeweils rund acht Tonnen schweren Anlagen startet einer der markantesten Schritte der laufenden Umbaumaßnahmen.
Ein spezialisiertes Fachunternehmen baut die Rolltreppen in mehreren Arbeitsschritten aus. Dazu werden die Anlagen zunächst technisch von Stromversorgung, Sprinkler- und Brandmeldeanlagen getrennt. Anschließend werden Befestigungen gelöst, Decken- und Geländerteile zurückgebaut und die Rolltreppen mit Hebetechnik kontrolliert aus ihrer Verankerung gehoben. Über Schwerlastfahrwerke werden sie aus dem Gebäude transportiert und anschließend abtransportiert. Für den vollständigen Ausbau sind rund zwei Kalenderwochen vorgesehen.
Mit der Demontage der Rolltreppen wird der Wandel dieses Gebäudes nun für alle sichtbar. Was jahrzehntelang für den Warenhausbetrieb stand, weicht jetzt den Strukturen eines offenen und modernen Bildungshauses.
Bürgermeister Jan Lindenau.
Das ist ein weiterer bedeutender Meilenstein für unsere Innenstadtentwicklung und ein starkes Signal für Lübeck als Bildungsstandort.
Bausenatorin Joanna Hagen ergänzt:
Die Arbeiten zeigen, dass das Projekt planmäßig voranschreitet. Nach dem Bau der Brandwand, der technischen Trennung der Gebäudeteile sowie dem erforderlichen Schadstoffausbau folgt nun der nächste wichtige Schritt im Zuge der laufenden Abbrucharbeiten. Jeder erreichte Meilenstein bringt uns dem Ziel näher, hier bis 2028 einen zukunftsfähigen Lern- und Begegnungsort im Herzen der Altstadt zu schaffen.
Die Demontage der Rolltreppen ist Teil der umfassenden Neustrukturierung des Gebäudes. Wo bislang offene Verkaufsflächen und vertikale Kundenerschließung das Haus prägten, entstehen künftig Lernräume, Aufenthaltsbereiche und moderne Bildungsflächen für Schulen, Hochschulen und die Stadtgesellschaft. Bereits umgesetzt wurden zentrale vorbereitende Maßnahmen, darunter die brandschutztechnische Trennung zwischen Haus A und Haus B sowie die technische Entkopplung der Gebäudeteile. Die laufenden Abbruch- und Schadstoffsanierungen werden voraussichtlich bis Sommer 2026 abgeschlossen. Im Anschluss erfolgt die Übergabe an den Generalunternehmer, so dass voraussichtlich im Herbst 2026 der nächste Meilenstein erreicht wird: Die Aufstellung des großen Baukrans auf dem Schrangen.
Das Projekt befindet sich weiterhin im vorgesehenen Zeitplan. Die Inbetriebnahme des Bildungshauses ist für das Jahr 2028 vorgesehen.
Aktuelle Informationen zum Projekt veröffentlicht die Hansestadt Lübeck fortlaufend unter www.luebeck.de/bildungshaus und im digitalen Baustellentagebuch unter www.luebeck.de/bildungshaus-blog
Parallel zum Umbau des Gebäudes, nimmt die Stadtplanung die perspektivische Neugestaltung des Schrangen in den Blick. Hier soll neben der Zufahrt zum neuen Fahrradparkhaus auch eine hohe Aufenthaltsqualität künftig eine große Rolle spielen. Am Freitag, 8. Mai 2026, von 12 bis 15 Uhr werden Mitarbeiter:innen der Stadtplanung im Rahmen des Tages der Städtebauförderung mit einem Informationsstand in der Fußgängerzone (Ecke Schrangen und Breite Straße) vertreten sein und darüber informieren, welche Chancen sich aus der Errichtung des Bildungshaus mit Fahrradgarage für den Schrangen ergeben können. Interessierte können sich direkt vor Ort informieren, mit den Projektverantwortlichen ins Gespräch kommen und erfahren, welche Schritte als Nächstes angestrebt werden.
Veröffentlicht: 30. April 2026. Foto © Hansestadt Lübeck
Bügermeister Jan Lindenau und Bausenatorin Joanna Hagen gaben den offiziellen Startschuss für die Umbaumaßnahmen am ehemaligen Karstadt-Gebäude in der Lübecker Innenstadt. Foto © Hansestadt Lübeck
Mit dem Umbau beginnt ein spannendes neues Kapitel für dieses markante Gebäude vom Kaufhaus zum Bildungshaus in unserer Innenstadt. Wir schaffen Raum für Bildung und Begegnung mitten in Lübeck und reagieren zugleich auf die wachsenden Anforderungen an Lern- und Kulturflächen in unserer Stadt. Ein neuer Bildungs- und Erlebnisort als neuer Anziehungspunkt in der Altstadt wird entstehen.
Bürgermeister Jan Lindenau
Das Projekt ist ein bedeutender Baustein der Innenstadtentwicklung und soll künftig Raum für Lernen, Austausch, Veranstaltungen und Begegnung bieten. Mit seiner zentralen Lage leistet das Bildungshaus einen wichtigen Beitrag zur Belebung der Altstadt und zur Stärkung Lübecks als Bildungsstandort.
Bausenatorin Joanna Hagen
Mit der Aufstellung des Bauzauns rund um das Areal sowie auf dem unteren Schrangen im Januar 2026 startet der erste Abschnitt dieses anspruchsvollen Bauprojekts. In den kommenden Wochen erfolgt:
Diese Schritte bilden die Grundlage für den anschließenden Umbau und die umfassende Neustrukturierung des Gebäudes.
Aufgrund der innerstädtischen Lage stellt die Baustellenlogistik eine besondere Herausforderung dar. Die An- und Abfahrt erfolgt über die Königstraße als Hauptschlagader des innerstädtischen Verkehrs, die insbesondere auch vom Öffentlichen Personennahverkehr stark genutzt wird. Dies erfordert eine detaillierte und Gewerke übergreifende baulogistische Planung sowie eine enge Abstimmung mit den zuständigen städtischen Behörden. Sondergenehmigungen, temporäre Umleitungen sowie punktuelle Nacht- oder Wochenendarbeiten werden Bestandteil dieser Planung sein, um einen möglichst reibungslosen Bauablauf zu gewährleisten.
Zusätzlich ist die zur Verfügung stehende Baustelleneinrichtungsfläche im Bereich der unteren Hälfte des Schrangen sehr begrenzt. Diese Fläche muss im Zuge der Maßnahme zunächst ertüchtigt werden, unter anderem durch Arbeiten an der Rohdecke und durch Öffnungen für das künftig dort entstehende Fahrradparkhaus. Die Koordination der Baustelle soll einem Generalunternehmer übertragen werden, um die hohen Anforderungen aller beteiligten Gewerke zu berücksichtigen.
Im Rahmen des Umbaus werden die bestehenden, inzwischen veralteten technischen Anlagen vollständig demontiert. Sämtliche technischen Installationen des Gebäudes werden neu errichtet.
Ziel ist eine klimafreundliche und zukunftsfähige Energieversorgung: Auf fossile Energieträger wird bewusst verzichtet. Stattdessen entsteht im Untergeschoss eine Wärmepumpenanlage, die in Kombination mit Luft-Wasser-Wärmetauschern auf dem Dach betrieben wird. Gleichzeitig auftretende Wärme- und Kältebedarfe – beispielsweise durch Servertechnik – werden über dieses System in Verbindung mit zwei großen Wärme- beziehungsweise Kältespeichern im Untergeschoss abgedeckt.
Auch die elektrischen Anlagen werden vollständig neu installiert, einschließlich einer neuen Photovoltaikanlage. Darüber hinaus wird eine Brandmeldeanlage (BMA) zur automatischen Brandfrüherkennung für das gesamte Gebäude sowie für das Fahrradparkhaus eingerichtet.
Aufgrund der früheren Nutzung als Warenhaus der Galeria Karstadt Kaufhof GmbH wurden die Gebäude A bis C als baulicher Verbund errichtet. Für die Umnutzung ist daher zunächst eine vollständige technische Trennung erforderlich. Dies umfasst die Entkopplung aller technischen Anlagen zu Haus A sowie eine brandschutztechnische Abgrenzung zwischen den Gebäudeteilen A und C entlang der Eigentumsgrenze. Diese erfolgt in Form einer unterirdischen Innenwand in der Bauart einer Brandwand.
Das für das Bildungshaus vorgesehene Haus B besteht aus vier Stockwerken, einem Staffelgeschoss sowie einem zweigeschossigen Dachgeschoss, das bislang als Sonderbauteil für umfangreiche haustechnische Anlagen genutzt wurde. Aufgrund seiner Konstruktion ist dieses unbelichtete Dachgeschoss für eine Umnutzung ungeeignet. Vorgesehen ist daher der vollständige Abbruch der 4. und 5. Ebene, um stattdessen zwei Vollgeschosse als fachwerkbasierte Holzkonstruktion neu zu bauen, um den Flächenbedarf abzudecken.
Die Tragstruktur der Stockwerke vom Untergeschoss bis zum 3. Obergeschoss erlaubt außerdem, ohne gravierende Eingriffe in die Betonkonstruktion ein zentrales Atrium zu realisieren, das künftig für zusätzliche Belichtung sowie für Lüftungs- und Entrauchungsfunktionen sorgt.
Im Zuge der Arbeiten erfolgt zudem eine umfassende Entkernung einschließlich Schadstoffsanierung. Diese umfasst den kompletten Innenausbau, sämtliche haustechnischen Anlagen sowie im Zuge der energetischen Sanierung den fachgerechten Rückbau der Aluminium-Glas-Fassaden und aller schadstoffbelasteten Bauteile.
Das Bildungshaus soll nach Abschluss der Bauarbeiten im Jahr 2028 in Betrieb gehen und neben zusätzlichen Lernräumen für Schulen auch Platz für kulturelle Angebote, öffentliche Veranstaltungen und gemeinschaftliche Aktivitäten bieten.
Weitere Informationen und aktuelle Projektupdates sind auf der Projektseite der Hansestadt Lübeck unter www.luebeck.de/bildungshaus abrufbar.
Veröffentlicht: 12. Januar 2026 - Quelle: Hansestadt Lübeck
Foto: Hansestadt Lübeck
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